SIEGFRIED UTZIG
Jenseits des Waldes
Skizzen einer minimalistischen Reise
Kallitypien
In einer Welt, in der alles Erreichbare längst erreicht scheint, verlieren auch Sehnsuchtsziele ihre Verheißung –und mit ihnen schwindet die Hoffnung, das eigene Leben könne sich durch die Reise dorthin verändern. Es ist bisweilen ein langer Weg bis zu der Erkenntnis, dass anderenorts genau dasselbe geschieht wie zuhause. Erst dann öffnet sich der Blick für das Abgelegene, das Unscheinbare, das im Schatten Verborgene, das aber dennoch die Struktur des Ganzen mitbestimmt.
Es ist also nur konsequent, sich auf eine Reise an die Peripherie des Alltäglichen – auf eine minimalistische Reise –zu begeben. „Jenseits des Waldes“ ist ein Reisetagebuch einer solchen Reise durch den eigenen Wohnort – Berlin-Frohnau. Am nördlichen Rand der Stadt wird die Peripherie konkret erfahrbar.
Auf einer minimalistischen Reise gilt es, in der unmittelbaren Umgebung Unbeachtetes zu entdecken und Übersehenes aus der Vergessenheit zurückzuholen. Die Sehenswürdigkeiten auf dieser Reise liegen gleich vor der eigenen Haustür. Wer sich auf eine solche Reise einlässt, verschiebt die Blickachse: der Rand wird zum eigentlichen Ort der Erkenntnis. So können auf einer minimalistischen Reise die verschiedenen Formen, mit denen Hausbesitzer versuchen, die Natur zu zähmen, zur touristischen Attraktion werden. Dann können Bäume, Sträucher, Pflastersteine –ja selbst Gartenzäune –urplötzlich das Potenzial einer Sehenswürdigkeit entfalten. Die minimalistische Reise bietet Raum für die Entdeckung des Alltäglichen als Motiv, in der Hinwendung zum Unspektakulären, in der Aufwertung des vermeintlich Nebensächlichen.
Ausstellung:
FAP-Showroom 31. Juli 2026 bis 29. August 2026
Vernissage:
31. Juli 19 bis 21 Uhr
Öffnungszeiten:
Donnerstag und Freitag 18 bis 20 Uhr
Samstag 11 bis 14 Uhr








